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Geologie Schluchten
Ein Fenster in vergangenen Zeiten., © Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH / Darko Todorovic
Geologie Schluchten
Ein Fenster in vergangenen Zeiten., © Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH / Darko Todorovic

Tierwelt

Tierwelt

Vögel, Frösche und Echsen. In Dornbirns Schluchten lebt eine Vielfalt an kleinen Tieren.

Von der Wasseramsel über den Kolkraben, bis hin zu den unterschiedlichsten Fröschen, Kröten und Echsen, es lohnt sich immer mit offenen Augen durch die beiden Schluchten zu gehen. Hier werden sie ganz bestimmt auf eine Vielzahl an kleinen Tieren treffen.

 

Wasseramsel (Cinclus cinclus)

Ein tauchender Singvogel

Man entdeckt sie in beiden Schluchten immer wieder – pfeilschnelle braune Vögel mit auffallend weißer Brust: die Wasseramseln. Sie sind die einzigen Singvögel, die nicht nur gut schwimmen, sondern auch sehr geschickt tauchen können. Sie haben dazu auffällige Anpassungen ausgebildet, wie schwere Knochen, kurze rundliche Flügel – mit denen sie sich unter Wasser fortbewegen – und ein pelzdunenreiches Gefieder. Das Auge wird unter Wasser durch die halbtransparente Nickhaut geschützt und die Ohröffnung durch eine Hautfalte verdeckt.

Brutzeit:Ende März bis Juli, brütet in Höhlen und Nischen
Nahrung:Spinnen, Insekten
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Vögel, Frösche und Echsen. In Dornbirns Schluchten lebt eine Vielfalt an kleinen Tieren., © Archiv

Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)

Wippen, wippen, wippen

Die auffällig schwarz-weiße Gebirgsstelze, die wir in der Rappenloch- und Alplochschlucht finden, ist eine typische Kulturfolgerin, die sich überall gut zurechtfindet. Ihre Nahrung sucht sie hauptsächlich auf wenig bewachsenen Flächen, aber auch an Straßen und auf Hausdächern. Sie gehört zu den wenigen Vogelarten, die von den menschlichen Eingriffen in die Landschaft profitieren. Sie kommt nicht nur in den Bergen, sondern auch in den Niederungen vor. Mit Vorliebe besiedelt sie rasch fließende Bäche und ist ein Indikator für saubere, ungestörte und naturnahe Fließgewässer.

Brutzeit: Mitte April bis Mitte August, brütet in Höhlen und Nischen
Nahrung: Spinnen, Insekten
Schluchten Tiere
Vögel, Frösche und Echsen. In Dornbirns Schluchten lebt eine Vielfalt an kleinen Tieren., © Archiv Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing Gmbh

Kolkrabe (Corvus corax)

Intelligente Akrobaten

Der Kolkrabe ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,3 m der größte Singvogel der Welt. Vor allem im Frühjahr zeigen Kolkraben ihre Flugkünste: Sie schließen die Flügel und stürzen sich atemberaubend schnell in die Tiefe. Kolkraben können sogar kurze Strecken auf dem Rücken fliegen. Die Paare leben in einer Dauerehe. Weil der Kolkrabe auch schwaches Jungwild überwältigen kann, galt er lange Zeit als Schädling und wurde stark verfolgt. Heute ist bekannt, dass er sich überwiegend von Aas ernährt und nur extrem geschwächte Tiere angreift. 

Brutzeit:Mitte Februar bis Mitte Juni, nistet in Felsnischen, aber auch auf Bäumen
Nahrung:Allesfresser
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Vögel, Frösche und Echsen. In Dornbirns Schluchten lebt eine Vielfalt an kleinen Tieren., © Archiv Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH

Der Eichelhäher (Garrulus glandarius)

Eine aufmerksame Schönheit

Sobald man die Rappen- oder Alplochschlucht betritt, wird man von einem aufmerksamen Wächter entdeckt! Der Eichelhäher schlägt sofort mit seinem rätschenden Ruf Alarm. Aufgrund seiner prächtigen rotbeigen Färbung und der hübschen blau-schwarzen Schmuckfedern an den Flügeln kann man ihn leicht erkennen. Sein Warnruf macht nicht nur Artgenossen, sondern auch andere Tiere auf Gefahren aufmerksam. Im Herbst sammeln Eichelhäher Eicheln und Nüsse und verstecken sie als Vorrat für den Winter. Da nicht alle Verstecke wieder gefunden werden, sorgen die Eichelhäher für die Verbreitung der Samen.

Brutzeit:April bis Juni, brütet auf Bäumen
Nahrung:Allesfresser

 
 

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Der Eichelhäher schlägt sofort mit seinem rätschenden Ruf Alarm., © Archiv Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH

Die Felsenschwalbe (Ptyonoprogne rupestris)

Eine Flugkünstlerin

Die Felsenschwalbe liebt die steilen und schroffen Felshänge der Schluchten. Als bemerkenswerte Flugkünstlerin vermag sie auch feinste Luftströmungen auszunützen. Auf kleinstem Raum kann sie wenden, beinahe Loopings machen und dann wieder kühn zum Fluss hinunterschießen. In jüngster Zeit nistet die Felsenschwalbe mehr und mehr an Gebäuden und Bauwerken.

Brutzeit:Mai bis September, nistet an Felswänden, aber immer mehr auch an Gebäuden
Nahrung:Insekten
Schluchten Tiere
Vögel, Frösche und Echsen. In Dornbirns Schluchten lebt eine Vielfalt an kleinen Tieren., © Archiv Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH

Grasfrosch (Rana temporaria)

Grasfrösche bevorzugen als Laichgewässer meist sonnige Tümpel mit flachen und vegetationsreichen Stellen. Auch Pfützen und langsam fließende Bäche in allen Höhenlagen werden genutzt. Erwachsene Tiere leben nachtaktiv in feuchten Wäldern und Wiesen. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Würmern, Schnecken, Spinnen, Insekten und Asseln. Der Grasfrosch ist der häufigste Lurch in Vorarlberg. Die Liste der Feinde ist lang: Vögel, Ringelnatter, Forelle, Fuchs, Dachs, Iltis und Wanderratte stellen den Fröschen nach. Vor allem die intensive Landwirtschaft und der Straßenverkehr sind Gefahrenquellen für die Frösche.

Wie verabredet finden sich fast alle Tiere zur gleichen Zeit ab Mitte Februar an ihrem Laichgewässer ein. Nicht einmal Eis und Schnee können die Tiere auf ihrer Wanderung aufhalten. Das Laichen geht relativ leise vonstatten: Da den Grasfröschen äußere Schallblasen fehlen, lassen sie nur ein dumpfes „Knurren“ vernehmen. Jedes Weibchen legt bis zu 4.500 Eier, aus denen braun-schwarze, mit metallischen Punkten gesprenkelte Kaulquappen schlüpfen.

Schluchten Tiere
Vögel, Frösche und Echsen. In Dornbirns Schluchten lebt eine Vielfalt an kleinen Tieren., © Archiv Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing Gmbh

Erdkröte (Bufo bufo-Komplex)

Zur Laichzeit besiedeln Erdkröten mit Vorliebe größere Stillgewässer mit einer Tiefe von mindestens 40 cm. Den Rest des Jahres verbringen die erwachsenen Tiere in Wäldern, auf Feldern und in Gärten. Sie ernähren sich von Würmern, Insekten, Spinnen und Schnecken. Die Erdkröte ist in Vorarlberg vom Tal bis ins Gebirge verbreitet.

Jedes Frühjahr machen sich tausende Erdkröten auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Erdkröten gelten als laichplatztreu und kehren immer wieder an den Ort ihrer Geburt zurück. Die Erdkröte ist die einzige heimische Amphibienart, die sich auch in Fischteichen erfolgreich vermehren kann. Die Kaulquappen sind für Fische ungenießbar und werden kaum gefressen.

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Vögel, Frösche und Echsen. In Dornbirns Schluchten lebt eine Vielfalt an kleinen Tieren., © Archiv Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH

Alpensalamander (Salamandra atra)

Rägatätsch, Quaderpatsch (vorarlbergerisch)

Der Alpensalamander ist die einzige heimische Amphibienart, die sich von Gewässern völlig gelöst hat. Er ist sogar ein ausgesprochen schlechter Schwimmer. Ausreichende Feuchtigkeit ist aber auch für ihn überlebensnotwendig. Die Art ist in Vorarlberg häufig und von 420 bis 2.400 m Meereshöhe verbreitet.

Alpensalamander sind lebendgebärend. Die gesamte Entwicklung bis hin zur Metamorphose findet im Mutterleib statt. Die Gebärmutter produziert spezielle Nährzellen, die von den Larven abgeweidet werden. Nach zwei Jahren, in höheren Lagen auch erst nach drei bis vier Jahren, kommen zwei fertig entwickelte Jungtiere zur Welt.

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Vögel, Frösche und Echsen. In Dornbirns Schluchten lebt eine Vielfalt an kleinen Tieren., © Archiv Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH

Bergeidechse (Zootoca vivipara)

In Vorarlberg hat die Bergeidechse ihren Verbreitungsschwerpunkt im Berggebiet, wo sie auf bis zu 2.300 m Meereshöhe vorkommt. Die tagaktive Bergeidechse ist die einzige Eidechsenart, die auch im geschlossenen Wald lebt. Häufiger besiedelt sie jedoch Moore, Feuchtwiesen, Heiden, Alm- und Bergwiesen. Dort lauert sie Spinnen, Fliegen, Heupferdchen und Bodeninsekten auf. Die Bergeidechse liebt die Feuchtigkeit und ist standorttreu. Bei Gefahr flüchtet sie sogar ins Wasser.

Während andere Arten auf sonnige und warme Brutplätze für ihre Eier angewiesen sind, kann die Bergeidechse ihre Jungen lebend zur Welt bringen. Trächtige Weibchen suchen gezielt Sonnenplätze und gebären nach etwa drei Monaten drei bis zehn fertig entwickelte Jungtiere. In wärmeren Gebieten wurden auch eierlegende Formen entdeckt. Wie alle Eidechsen kann auch die Bergeidechse bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen. Das kräftig zappelnde Schwanzende lenkt den Angreifer meist erfolgreich ab. Zu den Feinden zählen Schlangen, Kleinsäuger und Rabenvögel.

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Vögel, Frösche und Echsen. In Dornbirns Schluchten lebt eine Vielfalt an kleinen Tieren., © Archiv Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH

Blindschleiche (Anguis fragilis)

Blindschleichen kommen besonders häufig in lichten Wäldern vor. Aber auch Feldgehölze, Hecken, Straßenränder, Wiesen, extensive Weiden, Hochstaudenfluren, Gärten, Parks und Friedhöfe werden besiedelt. Einen großen Teil ihres Lebens verbringt die Blindschleiche versteckt in Bodengängen, unter Brettern, Steinen, Laub und Komposthaufen. Sie ist tag- und dämmerungsaktiv. Am ehesten lässt sie sich in den Morgen- und Abendstunden beim Sonnenbaden beobachten. Trotz ihres schlangenförmigen Aussehens ist die Blindschleiche mit den Eidechsen verwandt. Regenwürmer und Nacktschnecken bilden die Hauptnahrung. Während der Paarungszeit tragen die Männchen häufig Kämpfe aus, bei denen sie sich gegenseitig in die Flanken zu beißen versuchen. Die Weibchen bringen zwischen sechs und zwölf Junge zur Welt, die von Geburt an selbstständig sind.

Bei Gefahr kann die Blindschleiche, um den Angreifer abzulenken, die Schwanzspitze abwerfen. Im Gegensatz zu Eidechsen wächst das Schwanzende allerdings nicht mehr nach.

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Vögel, Frösche und Echsen. In Dornbirns Schluchten lebt eine Vielfalt an kleinen Tieren., © Archiv Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH
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+++ Wichtige Information +++

Wintersperre Rappenloch-​ und Alplochschlucht

Liebe Besucherinnen und Besucher,

Ihre Gesundheit geht vor und daher ist auf Grund des Kälteeinbruches und der daraus entstehenden Steinschlag- und Rutschgefahr das Rappenloch und Alploch mit einer Wintersperre belegt.

Das Betreten und Begehen des Rappen- und Alploches ist daher aus Sicherheitsgründen verboten.

Die Freigabe erfolgt nach durchgeführter Felsräumung und Bekanntgabe im kommenden Frühjahr.